Deutsches Historisches Institut in Rom
Newsletter
Januar

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Zum neuen Jahr

2025 war für das Institut auf ganz unterschiedlichen Ebenen eine ungewöhnlich intensive Zeit. Es gab mehrere überaus positive Nachrichten, die den Alltag jeweils auf ihre Weise durcheinandergewirbelt haben: Beeindruckende Karrieresprünge von gleich drei unserer Mitarbeitenden – Christoph Sander, Simon Unger und Stefan Laffin – , von denen wir uns in der Folge vorzeitig, aber im Vertrauen auf bleibende enge Verbindungen verabschieden mussten. Der Erfolg unseres gemeinsam mit dem GHI Washington und dem DFK Paris eingereichten Antrags auf die Finanzierung explorativer Maßnahmen in Lateinamerika beim Stiftungsrat der MWS. Und, last but not least, die lang ersehnte, aber zuletzt angesichts leerer öffentlicher Kassen doch scheinbar in weite Ferne gerückte Zusage des BMFTR, dass wir mit den Mitteln für die überfällige Sanierung unseres Institutsgebäudes rechnen dürfen. Wir interpretieren diese Nachricht als starkes Zeichen der Wertschätzung unserer langjährigen Arbeit für die deutsch-italienischen Wissenschaftsbeziehungen am Standort Rom und sind allen, die zu dieser Entscheidung beigetragen haben, für ihr Engagement zutiefst dankbar!

 

Mit so viel Rückenwind ist es nicht schwer, optimistisch auf die Herausforderungen der kommenden Monate zu blicken. So erwartet uns die turnusgemäße Evaluation unseres Instituts durch eine fünfköpfige unabhängige Kommission, die unser Haus im April 2026 begehen wird. Grundlage ist ein ausführlicher Bericht über die Aktivitäten der letzten sieben Jahre, den wir im vergangenen Jahr im Team erstellt haben. Wir freuen uns auf den Austausch mit der Kommission und erhoffen uns von den Gesprächen wertvolle Impulse für unsere Arbeit!

 

Schon vor der Evaluation wird das DHI Rom Gastgeber für zwei Spring Schools für fortgeschrittene Studierende der Mittelalterlichen sowie erstmals auch der Neuzeitlichen Geschichte sein, die von unserem Beiratsvorsitzenden Florian Hartmann respektive unseren Beiratsmitgliedern Christoph Cornelißen und Simone Derix verantwortet werden. Letztere wird auch den diesjährigen Jahresvortrag im Rahmen der Beiratssitzung Anfang März halten. All dem sehen wir mit Spannung entgegen! Im Mai wiederum freuen wir uns auf die gemeinsam mit dem GHI Washington und weiteren Partnern in Deutschland konzeptionalisierte Tagung Gender and Violence. Power Dynamics and their Representations; die Keynote hält die Kollegin Mara Keire von der Universität Oxford. Im Juni reist eine Delegation des Instituts nach Santiago de Chile, wo wir im Rahmen einer internationalen Konferenz an der Universidad Adolfo Ibañez die Anregungen aufgreifen, die im Dezember 2025 vom Workshop Between Democracy and Dictatorship. Interdependencies and Political Transfers Between Latin America, Europe and the USA in the 19th and 20th Century am DHI Rom ausgingen. Ziel ist der Aufbau nachhaltiger wissenschaftlicher Kontakte in der Region im Rahmen der durch die MWS geförderten explorativen Maßnahmen. Nach der Sommerpause steht eine gemeinsam mit dem MWS-Forschungszentrum Ukraine in Lviv am römischen DHI geplante Tagung unter der Überschrift Brest 1596. New Visions of Unity and Diversity in Pre-Modern Christianity(ies) bevor. Und natürlich gibt es wie immer den traditionsreichen "Studienkurs Rom", der 2025 mit neuem Konzept und mehr Führungen in der Stadt wieder ein großer Erfolg war.

 

Aber das sind nur Schlaglichter auf ein vielseitiges wissenschaftliches Programm mit Themen aus allen am DHI vertretenen Epochen und Disziplinen, zu dem wie immer auch unsere Stipendiat*innen in erheblichem Maße beitragen. Wie nicht zuletzt auch dieser Newsletter für den Januar 2026 beweist, gehen insbesondere von unserer musikhistorischen Abteilung unter der Leitung von Vera Grund kontinuierlich Impulse und Initiativen aus, die in der wissenschaftlichen Community hohe Strahlkraft entwickeln.

 

Dass all das möglich war und ist, verdanken wir zahlreichen Personen hinter den Kulissen – in der Verwaltung, der Wissenschaftskommunikation, der Bibliothek, der IT und dem Management unserer hochgeschätzten, aber eben auch nicht immer einfachen Liegenschaft. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, ihnen allen zu sagen: Siete fantastici – Ihr seid super! Namentlich möchte ich Niklas Bolli hervorheben, der – im Team mit Alexis Sittler von der MWS-Geschäftsstelle in Bonn – mit großem Engagement die komplexen Planungen im Rahmen der bevorstehenden Baumaßnahme und der damit erforderlichen Zwischenunterbringung angeht. Niklas hat uns bereits im letzten Sommer mit dem rundum sanierten und mit neuester Konferenz- und Klimatechnik ausgestatteten Vortragssaal im Erdgeschoss der Musikabteilung ein besonderes Geschenk gemacht, das die fortgesetzte Sperrung des großen Konferenzsaals sehr viel weniger belastend macht.

 

Ganz gleich, ob wir Sie 2026 persönlich in der Via Aurelia Antica begrüßen dürfen oder ob Sie unseren Veranstaltungen online folgen: Wir möchten Ihnen vielmals für Ihr Interesse und Ihre Impulse danken, auf die wir auch in Zukunft mehr denn je angewiesen bleiben werden. Im Namen aller Mitarbeitenden wünsche ich Ihnen ein gesundes, friedliches und erfolgreiches Neues Jahr!

 

Mit herzlichen Grüßen,

 

Ihre

Petra Terhoeven

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Call for Papers
Deadline 13. Januar 2026
Quo vadis, impegno? Tendenzen und Ideen engagierter Musik von den 1960er Jahren bis heute. Symposium zu Ehren von Luca Lombardis 80. Geburtstag

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist "musica impegnata" (oder "musique engagée") ein feststehender Begriff für politisch engagierte Musik. Das Label wurde und wird vorwiegend auf antifaschistische und "linke" (Kom-)Positionen bezogen. Impegno oder Engagement lassen sich aber, zumal mit Blick auf die Entwicklungen der letzten 60 Jahre, auch weiter verstehen als nur realpolitisch: Es gibt Musik mit expliziter sozialer, weltanschaulicher oder gar ideologischer Ausrichtung, die sich nur bedingt konkreten politischen Tendenzen zuordnen lässt, ebenso wie solche mit anti-kommunistischen oder anderen "nicht-linken" Positionen. Notwendig erscheint daher eine Erweiterung der Perspektive auf unterschiedliche Formen des Impegno in der zeitgenössischen Musik, wie es unter anderem im Wirken Luca Lombardis Gestalt gewinnt. Willkommen sind deshalb Beiträge, die sich entweder direkt mit diesem faszinierenden Komponisten befassen oder mit Phänomenen, Tendenzen oder Personen, die der engagierten Musik seit den 1960er Jahren zuzuordnen sind.

 

Eine Kooperation der Musikgeschichtlichen Abteilung des DHI Rom, des Goethe-Instituts Rom und des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Heidelberg.

Organisation: Vera Grund (DHI Rom), Christoph Flamm (Universität Heidelberg), Claudia di Luzio (Humboldt-Universität zu Berlin), Susanna Pasticci (Sapienza Università di Roma).

 

Termin: 27.–28. März 2026 am DHI Rom und am Goethe-Institut Rom

Sprachen: Deutsch, Englisch und Italienisch

 

Bitte senden Sie ein Abstract im Umfang von max. 2000 Zeichen zu dem von Ihnen geplanten Beitrag in deutscher, englischer oder italienischer Sprache sowie eine Kurzbiographie (max. 1000 Zeichen) bis zum 13. Januar 2026 als PDF-Datei per E-Mail an v.grund[at]dhi-roma[dot]it und christoph.flamm[at]zegk.uni-heidelberg[dot]de.

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Deadline 18. Januar 2026
Venice and Fascism. Museums, Exhibitions, and the Art Market
Plakat für die Veronese-Ausstellung in Venedig, 25.4.–4.11.1939 (Foto: Sammlung Salce, Treviso).

Für das faschistische Regime war Venedig vor allem eine Bühne, auf der Italien seine kulturelle Vorrangstellung innerhalb Europas zur Schau stellen konnte. Neben großen Infrastrukturprojekten entstanden neue kulturelle Initiativen, darunter auch eine stärkere Förderung der nunmehr verstaatlichten Biennale von Venedig. Die Schaffung neuer und die Umstrukturierung bereits bestehender Museen stellten einen Versuch der zuständigen Denkmalbehörde dar, auf den allmählichen Zerfall der historischen Privatsammlungen Venedigs zu reagieren.

 

Die Konferenz zielt darauf ab, die kulturelle, historische und politische Identität des faschistischen Venedigs aus der Perspektive von Ausstellungen, Museen und dem Kunstmarkt zu untersuchen. Im Gegensatz zur bestehenden Forschung, die sich weitgehend auf die Rolle der Biennale und der zeitgenössischen Kunst konzentriert, verfolgen wir einen breiteren und integrierten Ansatz zur Geschichte des Sammelns, der nicht nur Kunstsammlungen, sondern auch archäologische, ethnografische, naturhistorische und kulturhistorische Sammlungen umfasst. In diesem weiter gefassten Rahmen möchten wir eine interdisziplinäre Reflexion darüber anregen, wie der Faschismus die Kulturlandschaft Venedigs durch die Wechselbeziehung zwischen Kunstgeschichte, Kolonialismus sowie politischer und wirtschaftlicher Geschichte geprägt hat.

 

Internationale Konferenz, Venedig, 7.–9. Oktober 2026

Sprachen: Englisch und Italienisch

 

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag (max. 300 Wörter, in italienischer oder englischer Sprache) zusammen mit einer Kurzbiografie (max. 100 Wörter) bis zum 18. Januar 2026 an: Matilde Cartolari (m.cartolari[at]zikg[dot]eu), Francesca Castellani (fcast[at]iuav[dot]it), Katharina Hüls-Valenti (k.huelsvalenti[at]dhi-roma[dot]it).

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Deadline 18. Februar 2026
Comparative Perspectives on Genetic Criticism in Music
"Genetisch-kritisches Babel" der Forschung zu musikalischen Schaffensprozessen (KI-unterstützt generiert).

Die 2025 gegründete IMS Study Group "Comparative Perspectives on Genetic Criticism" lädt zu ihrer ersten internationalen Tagung ans DHI Rom ein. Mit der Konferenz zielt sie einerseits auf eine Standortbestimmung der Fragestellungen, Methoden und Terminologien in textgenetischen Studien zu musikalischen Schaffensprozessen und andererseits auf die Identifikation komparatistischer Potenziale, d.h. Komponisten-übergreifender methodischer Ansätze.

 

In den letzten Jahrzehnten hat die Forschung zu den kreativen Prozessen in der Musik einen spürbaren Aufschwung erlebt, der allerdings von einer kaum noch zu überblickenden Ausweitung des Vokabulars begleitet wurde. Dieses "genetisch-kritische Babel" (Grésillon, 1994) erschwert zunehmend den Dialog zwischen Projekten und Forschungsgruppen. Die Konferenz fordert daher bewusst dazu auf, Ideen und Erfahrungen für eine komparatistische Skizzenforschung zu teilen und den Austausch zu fördern, möglicherweise auch mit Blick auf digitale Datenmodelle und editorische Werkzeuge. Welche Ähnlichkeiten oder Bezugnahmen in unterschiedlichen Forschungstraditionen lassen sich bereits jetzt beobachten? Welche Methoden können zwischen Projekten diskutiert und womöglich wechselseitig übernommen werden? Welche epistemischen Potenziale stecken in einem komparatistischen Zugriff?

 

Internationale Tagung: 16.–18. November 2026 am Deutschen Historischen Institut in Rom

Sprachen: Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch

 

Wir bitten um die Einsendung von Abstracts (max. 300 Wörter) in einer der Konferenzsprachen zusammen mit einer kurzen biografischen Notiz (max. 100 Wörter) bis zum 18. Februar 2026 an elisa[dot]novara[at]dhi-roma[dot]it.

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Personalia
Wer macht was?
Junge Forschung am DHI Rom

Hier finden Sie einen Überblick über unsere aktuellen Stipendiat*innen und ihre Forschungsthemen.

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Ludwig und Margarethe Quidde-Fellow
Stefan Laffin

Unser Ludwig und Margarethe Quidde-Fellow Stefan Laffin nimmt ab Januar 2026 seine Arbeit als DAAD Assistant Professor an der University of California in Berkeley auf. Er forscht und lehrt dort insbesondere zur modernen deutschen Geschichte.

Wir gratulieren ihm ganz herzlich zu diesem wichtigen Schritt in seiner Karriere und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!

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Vorträge
Andrea Raffaele Aquino (Rom)
Alle origini della 'traiettoria turca' nell'Italia del Quattrocento
Gentile Bellini, Bildnis des Sultans Mehmet II., 1480 (National Gallery of London – Victoria and Albert Museum).

Nach dem Fall Konstantinopels (1453) begann man in Italien auf verschiedenen Ebenen über die Türkengefahr zu sprechen. Das geschah insbesondere im Zusammenhang mit den Friedensplänen für die italienische Halbinsel, die mit dem Frieden von Lodi (1454) und der Lega Italica (1455) formalisiert wurden, und den Kreuzzugsplänen, aber auch zum Schutz wirtschaftlicher Interessen verschiedener Staaten in der Levante. Die Verflechtung von Rhetorik und Realpolitik führte zu einem 'türkischen Kurs' in Politik und Diplomatie, der sich in Italien durch das gesamte 15. Jahrhundert zog. Wenn dessen Ziele Selbstlegitimierung und Diskreditierung des Gegners waren, dann waren Kreuzzugpropaganda und Appelle zur Türkengefahr die Mittel dazu. Der Vortrag konzentriert sich auf die Anfänge dieses 'Kurses' (1453–1455) mit dem Ziel, dessen Grundzüge herauszuarbeiten und seine Auswirkungen auf das heterogene politische Umfeld Italiens zu bewerten.

 

13. Januar 2026, 17.30–19.00 Uhr

Monatsvortrag

 

Deutsches Historisches Institut in Rom

Bitte registrieren Sie sich für eine Präsenz- oder Online-Teilnahme

Vortrag in italienischer Sprache

 

Kontakt bei Schwierigkeiten mit der Anmeldung: info-event[at]dhi-roma[dot]it.

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Synnøve Midtbø Myking (Rom)
From the Holy Land to Denmark, via Flanders. Entanglements Reflected in a Twelfth-Century Cistercian Manuscript
Ausschnitt aus: Maerten van Heemskerck, Panorama mit der Entführung der Helena inmitten der Wunder der antiken Welt (1535). © Wikimedia Commons

Die Handschrift Biblioteca Apostolica Vaticana (BAV), Vat. Lat. 636, aus dem späteren 12. Jahrhundert stellt ein bemerkenswertes, bislang jedoch wenig erforschtes Zeugnis dar. Ein Exlibris belegt ihre Zugehörigkeit zum dänischen Zisterzienserkloster Esrum. Der überwiegende Teil des Codex vereint Texte, die sich in erster Linie mit dem Heiligen Land, Jerusalem und Rom befassen. Sowohl die Auswahl der zusammengestellten Inhalte als auch ihre Anordnung lassen auf ein besonderes Interesse an der Rolle Roms in der Zeit nach der Eroberung Jerusalems schließen – ein Fokus, der bereits in Handschriften aus nordfranzösischen und flämischen klösterlichen Kontexten festgestellt wurde. Die Annahme, dass der dänische Codex in diesem Ambiente entstanden ist oder zumindest von ihm geprägt wurde, findet Bestätigung sowohl durch paläographische Merkmale als auch durch die Aufnahme einer spezifischen Fassung der mittelalterlichen Abhandlung De septem miraculis mundi, die ansonsten nur in einer Gruppe von Handschriften aus Flandern und Nordfrankreich überliefert ist. Diese aufschlussreichen Aspekte werden gemeinsam mit Iben Fonnesberg-Schmidt (Aalborg) als Discussant vertieft erörtert.

 

20. Januar 2026, 17.00–18.00 Uhr

Livestream. Anmeldung erforderlich

Veranstaltung in englischer Sprache

 

Seminarzyklus "Euro-Mediterranean Entanglements in Medieval History", organisiert von den Deutschen Historischen Instituten in Paris und Rom. Gesamtprogramm

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28
Jan
John Mulhall
Una nuova scuola di Toledo. Gerardo da Cremona e l'insegnamento di scienza araba in latino nel XII secolo

Circolo Medievistico Romano

Vorsitz und Moderation: Kordula Wolf

 

16.00 Uhr

American Academy at Rome (Lecture Room, Via Angelo Masina, 5)

Vortrag in italienischer Sprache

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Publikationen
Call for Articles
Für unsere Zeitschrift QFIAB

Sie forschen zu Themen der italienischen Geschichte bzw. Musikgeschichte? Oder Sie beschäftigen sich mit der Geschichte der deutsch-italienischen Beziehungen in transregionalen oder transnationalen Zusammenhängen? Unsere Institutszeitschrift erscheint einmal jährlich sowohl im Open Access als auch im Print-Format, ist epochenübergreifend und deckt den Zeitraum vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart ab.

 

Deadline für den nächsten Band 106 (2026): 31. Januar 2026.

 

Die Qualität der wissenschaftlichen Beiträge wird durch ein Double Blind Peer Review-Verfahren sichergestellt.

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Simone Lombardo
I genovesi alla guerra d'Otranto (1480–1481)

Die Beteiligung Genuas am Kreuzzug Otrantos gegen die Türken bietet die Gelegenheit, ein umfassenderes Bild der Zusammenhänge zwischen Lokalpolitik, internationalen Strategien und Handelsinteressen im Mittelmeerraum des späten 15. Jahrhunderts zu zeichnen. Anhand eines umfangreichen Quellenkorpus beleuchtet das Buch die Verflechtungen zwischen informeller Diplomatie, privaten Interessen, Emotionen, Spionagenetzwerken, italienischen Machtbalancen und internen politischen Kämpfen, die in den Jahren 1480–1481 zusammenfielen. Die Expedition der Genueser spiegelt politische Veränderungen, komplexe Verhandlungen, das Fortbestehen des Kreuzzugsideals und vor allem die Nostalgie Genuas nach der Levante wider.

Trotz der "Wende zum Westen" zeigt der Wunsch, die verlorenen Kolonien zurückzugewinnen, dass in Genua für Einige die Vorstellung einer Rückkehr in den Orient nach wie vor im Mittelpunkt stand. Das Unterfangen von Otranto erweist sich somit als paradigmatischer Moment, der eine andere, mediterrane Renaissance hervorhebt.

 

Simone Lombardo, I genovesi alla guerra d'Otranto (1480–1481). Diplomazia informale, spie e crociata nell'Italia rinascimentale, Roma: Viella 2025 (Ricerche dell'Istituto Storico Germanico di Roma 20), ISBN 979-12-5701-085-0.

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Notenedition
Domenico Cimarosa, Le trame deluse

Domenico Cimarosas komische Oper "Le trame deluse" war bei ihrer Uraufführung 1786 ein europaweiter Erfolg und wurde sogar von Goethe höchstpersönlich für Weimar bearbeitet; Rossini hielt sie später für bedeutender als Cimarosas berühmtestes Werk "Il matrimonio segreto". Die turbulente Handlung um Betrug, Verkleidung und raffinierte Gegenintrigen spielt im Neapel des 18. Jahrhunderts und entfaltet sich in einer Fülle musikalisch brillanter Ensembles. Gerade das große Finale des zweiten Aktes galt schon Zeitgenossen als außergewöhnliches Meisterstück der Opera buffa. Die vorliegende Notenedition ist erstmals als kritische Ausgabe angelegt und stützt sich direkt auf Cimarosas Autograph der Neapler Uraufführung sowie auf zahlreiche historische Abschriften aus Europa und Nordamerika. Damit wird ein zentrales Werk der Operngeschichte neu zugänglich – und lädt dazu ein, Cimarosa jenseits seines bekanntesten Erfolgs völlig neu zu entdecken.

 

Domenico Cimarosa, Le trame deluse (1786), kritische Ausgabe hg. von Arnold Jacobshagen/Michael Weiger, Kassel u.a.: Bärenreiter 2025 (Concentus musicus 18), ISBN 979-0-006-57795-8.

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Bibliographische Informationen zur neuesten Geschichte Italiens

Die "Bibliographischen Informationen" erfassen geschichtswissenschaftliche Neuerscheinungen vielfach mit weiterführenden Angaben. Sie werden in Form einer Datenbank vom DHI Rom publiziert und sind nun auch für das Jahr 2025 verfügbar.

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Open Access

Auf der Publikationsplattform der Max Weber Stiftung sind jetzt folgende Monografien frei zugänglich:

 

Hahle Badrnejad, Die jüdische Gemeinde Roms: Wiederaufbau oder Neubeginn? Zwischen Zionismus, Erinnerungskultur und italienischer Republik, Berlin-Boston 2023 (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom 143), ISBN 978-3-11-077130-5.

URL: https://perspectivia.net/publikationen/bibl_dhi/badrnejad-hahn_gemeinde

 

Costanza Calabretta, Rivoluzione pacifica e Unità. Celebrazioni e culture della memoria in Germania (1990–2015), Roma 2019 (Ricerche dell'Istituto Storico Germanico di Roma 13), ISBN 978-88-3313-236-5.

URL: https://perspectivia.net/publikationen/ricerche/13_rivoluzione

 

Theresa Jäckh, Raumgeschichte einer Hauptstadt. Palermo unter muslimischer und christlicher Herrschaft (ca. 800–1200), Berlin-Boston 2023 (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom 144), ISBN 978-3-11-072002-0.

URL: https://perspectivia.net/publikationen/bibl_dhi/jaeckh_raumgeschichte

 

Martina Salvante, La paternità nell'Italia fascista. Simboli, esperienze e norme, 1922–1943, Roma 2020 (Ricerche dell'Istituto Storico Germanico di Roma 14), ISBN 978-88-3313-265-5.

URL: https://perspectivia.net/publikationen/ricerche/14_paternita

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DHI online
MWS-Podcast "Wissen entgrenzen"
Digitale Editionen in der Musikgeschichte

Musik und Tanz gehören zu den ältesten Ausdrucksformen der Welt. Wie kann man diese digital aufbereiten?

 

In dieser Folge von "Wissen entgrenzen", dem Audio-Podcast der Max Weber Stiftung, spricht Wissenschaftsjournalistin Janine Funke mit Ersin Cuneyt Mıhcı (OI Istanbul) und Vera Grund (DHI Rom) über die Rekonstruktion und Digitalisierung historischer osmanischer Vokalmusik sowie das Verhältnis von Ballettmusik und Choreographie in digitalen Editionen.

 

Wie entstehen eigentlich digitale Editionen? Und was erfahren wir über Musik, wenn wir sie im Zusammenhang mit Tanz und Bewegung betrachten?

Hier anhören!

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Buch-Podcast
Between the Lines

Wir starten unsere neue Podcast-Reihe "Between the Lines", in der wir Bücher der aktuell an unserem Institut Forschenden vorstellen. In dieser ersten Folge spricht Lars Döpking über die Publikation seiner Doktorarbeit – Fiskalische Herrschaft. Steuern, Staat und Politik in Italien seit 1945.

Seine Studie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und zeigt, dass die Geschichte der italienischen Demokratie zugleich die Geschichte ihrer Steuern ist.

Im Gespräch erklärt er, warum die Analyse des Steuerstaates in Italien Einblicke bietet, die bei der Betrachtung anderer Länder und Zeiträume helfen.

Hier anhören und ansehen!

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[in situ]
Musikperformance

Bevor wir mit unseren diesjährigen Events starten, haben wir ein Video geschnitten, von einem Highlight aus dem letzten Jahr. Im Spätsommer hatten wir Leonardo Barbierato zu Gast, der speziell für den Zitrushain unseres Institutes eine improvisierte elektroakustische Musikperformance konzipiert hatte. Alle, die nicht dabei sein konnten, haben die Möglichkeit, sich diese kurze Zusammenfassung anzusehen. Auch in diesem Jahr hoffen wir, Ihr Interesse mit einem vielfältigen Angebot an Veranstaltungen zu wecken.

Hier anhören und ansehen!

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DHI Rom – Ausblick

Für alle, die bereits neugierig auf unsere Veranstaltungen der nächsten Monate sind, lohnt sich ein Blick auf unsere Website.

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Impressum
Redaktion: Dr. Claudia Gerken, Ulrike Hekermans, Dr. Kordula Wolf
Deutsches Historisches Institut in Rom
Via Aurelia Antica, 391 - I-00165 Roma - Italia - www.dhi-roma.it