Die Tagung untersucht, wie jüdische Akteurinnen und Akteure in Dokumenten sichtbar werden, die von Institutionen mehrheitlich christlicher Gesellschaften zwischen dem späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit erstellt und verwaltet wurden. Der geographische Schwerpunkt liegt auf der heute in italienischen Archiven verwahrten Überlieferung.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Handlungsspielräume sich auf dieser Grundlage rekonstruieren lassen. Insbesondere soll analysiert werden, welche Entscheidungen und Strategien von Jüdinnen und Juden genutzt wurden, um mit diesen Institutionen zu kommunizieren und welche Spuren sie in den Dokumenten hinterlassen haben: von Eingaben und Anträgen über die Wahl von Vertretern, die Beschaffung von Zeugnissen und Beweismitteln sowie die Aushandlung von Abgaben und steuerlichen Verpflichtungen bis hin zur Nutzung verschiedener Instanzen des Rechtswegs.
Die Beiträge beleuchten nicht nur Dynamiken jüdisch-christlicher Beziehungen, sondern auch interne Organisationsformen der jüdischen Gemeinden sowie die Rolle institutioneller Verfahren bei ihrer historischen Sichtbarmachung.
Internationale Tagung des DHI Rom in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen.
Kontakt: Theresa Jäckh, theresa[dot]jaeckh[at]dhi-roma[dot]it
Veranstaltungsflyer (PDF)
15.–16. September 2026
Deutsches Historisches Institut in Rom
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