1978 wurde in Italien eine radikale Entscheidung getroffen. Die Regierung verabschiedete das Gesetz Nr. 180, das die Auflösung der "Anstalten" und die Integration der Psychiatrie-Patient*innen in eine ambulante medizinische Versorgung verfügte. Vorausgegangen waren Jahre des Konflikts im Umgang mit als psychisch krank angesehenen Menschen. Kritik an der Psychiatrie bewegte aber nicht nur in Italien Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Die "Anti-Psychiatriebewegung" konfrontierte vor allem die liberal-demokratischen Gesellschaften Europas und Nord-Amerikas mit einer noch heute aktuellen, grundlegenden Frage: Wo sollte, konnte oder musste die Grenze zwischen "Normalsein" und "Verrücktsein", zwischen "Freiheit" und (Zwangs)Versorgung gezogen werden? Und wer war (und ist) dafür verantwortlich?
Das hier vorgestellte Projekt möchte neben den öffentlichen Diskussionen vor allem konkrete Praktiken und Akteure der "Anti-Psychiatriebewegung" in den Blick nehmen und dabei sowohl transnationale Verflechtungen als auch die so unterschiedlichen nationalen Lösungsversuche analysieren.
9. Juni 2026, 18.00–20.00 Uhr
Öffentlicher Vortrag
Veranstaltungsflyer (PDF)
Deutsches Historisches Institut in Rom
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Vortrag in deutscher Sprache
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